Aus der FTD vom 14.8.2000

 

Die Anbieter von Online-Hotelbuchungen kämpfen noch gegen Telefon und Fax
Von Thomas Fröhlich, Stuttgart, und Alexandra Borchardt, Hamburg

Sie versprechen Hotelbuchungen per Internet, doch online ist häufig nur der eigene Web-Auftritt. Unzählige Unternehmen versuchen weltweit, mit Internet-Hotelkatalogen ein Stück von einem Wachstumsmarkt zu ergattern - und greifen dann für die gewünschte Reservierung doch zu Fax und Telefon.

"Allein in Deutschland gibt es bestimmt 1000 Hotelzimmeranbieter im Internet", sagt Wolfgang Kitza, Europa-Geschäftsführer der US-Firma Worldres.com, die vor allem nicht an Ketten gebundenen Hotels zur Internet-Präsenz verhilft.

Aber nach Einschätzung von Branchenkennern wird sich demnächst die Spreu vom Weizen trennen. "Da wird es sicher bald zu einer Konsolidierung kommen", ist sich Markus Luthe, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) sicher. Und auch Hans-Joachim Hessbrüggen, Marketingleiter bei der Kölner Hotel Reservation Service (HRS) Robert Ragge GmbH, nach eigenen Angaben bei Hotelbuchungen im Internet Marktführer in Deutschland und in Europa, meint: "Der Markt wird sich zusammenschütteln."

Internet-Hotelzimmeranbieter, die sich direkt an die Reisenden wenden, bekommen zunehmend Konkurrenz von Online-Reisebüros, hinter denen finanzkräftige Firmen und starke Marken stecken. Bei diesen können die Kunden nicht nur Schlafplätze, sondern auch noch Flüge, Mietwagen, Hotels, Pauschalpakete und Reiseprodukte buchen. Auch Discountpreise, mit denen zum Beispiel Ehotels.de wirbt, wird es von den Rundum-Anbietern geben.

Noch nährt allerdings ein großes Potenzial die Hoffnungen der Online-Hotelzimmeranbieter. So liegt der Markt für Hotelübernachtungen weltweit bei rund 250 Mrd. $, nur etwa 1,5 Prozent dieses Volumens wird derzeit über Online-Reservierungen abgeschöpft, wie Kitza unter Berufung auf die Marktforschung berichtet. In Europa sieht er besonders gute Chancen, weil nur etwa 15 Prozent aller Hotels zu Ketten gehören, die gewöhnlich über eigene Internet-Seiten mit Reservierungsmöglichkeit verfügen. Der Rest sei unabhängig. In den USA ist dieses Verhältnis umgekehrt. Luthe rechnet damit, dass die Zahl der Online-Buchungen an allen Hotelreservierungen in Deutschland von derzeit zwei bis vier Prozent auf zehn Prozent im Jahr 2005 zunehmen wird.

Die bevorstehende Konzentration schreckt deshalb Newcomer nicht ab. So ist gerade die Check-inn.com AG mit Sitz in Hainburg angetreten, um hierzulande etablierten Unternehmen wie Hrs.de, Expedia.com oder Tourisline.de den Rang des Platzhirsches abzulaufen.

Der mangelnde Erfolg der bestehenden Systeme liegt auch daran, dass die Nutzer bei vielen zu lange brauchen, um alle notwendigen Information zu bekommen und letztlich doch im Hotel ihrer Wahl anrufen, um offene Fragen zu klären. Bei Check-inn.com greifen die Kunden zum Beispiel in 55 Prozent der Fälle letztlich zum Hörer, um von Mensch zu Mensch zu buchen. "Unsere größten Konkurrenten sind Telefon und Fax", sagt Worldres.com-Geschäftsführer Kitza.

© 2000 Financial Times Deutschland

URL des Artikels: http://www.ftd.de/tm/eb/FTD2LIV0VBC.html

 


Hainburg, den 15.08.2000

Leserbrief

Ein Online-Reservierungs-System, das global Erfolg haben will, darf Telefon und Fax auf keinen Fall als Konkurrenz ansehen. Beide Medien müssen als Verbündete ins Business-Modell integriert werden. Als weltweit einziger Anbieter veröffentlicht Check-Inn.com Telefon, Fax, URL und E-Mail-Adresse des Hotels bereits vor der Buchung, um den Direktkontakt zwischen Hotel und Gast zu fördern - und für den Hotelier übrigens völlig kostenlos.

Wir sind überzeugt: Im Online-Bereich wird nur das Reservierungs-System erfolgreich sein, das sich von Erträgen aus der Buchung möglichst unabhängig macht. Die bei Reservierungs-Systemen praktizierte Informationsverhinderung (erst buchen, dann gibts -vielleicht- die Telefonnummer des Hotels) wird sich am Markt nicht durchsetzen.

Deswegen kommen bei Check-Inn.com alle für das Betriebsergebnis relevanten Erträge aus anderen Quellen, so daß wir auf Erträge aus Reservierung und Buchung vollständig verzichten könnten.

Check-Inn.com AG
Carsten Strobel
Vorstandsvorsitzender

PS:
Wer an Details interessiert ist, findet in unserer aktuellen Marktübersicht unter http://www.check-inn.com/vergleich weitergehende Informationen.
(C) by Check-Inn.com Research, Manuel Kamenik