| "Allein in Deutschland gibt
es bestimmt 1000 Hotelzimmeranbieter im Internet", sagt Wolfgang
Kitza, Europa-Geschäftsführer der US-Firma Worldres.com, die
vor allem nicht an Ketten gebundenen Hotels zur Internet-Präsenz
verhilft.
Aber nach Einschätzung von
Branchenkennern wird sich demnächst die Spreu vom Weizen
trennen. "Da wird es sicher bald zu einer Konsolidierung
kommen", ist sich Markus Luthe, Geschäftsführer des Deutschen
Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) sicher. Und auch
Hans-Joachim Hessbrüggen, Marketingleiter bei der Kölner
Hotel Reservation Service (HRS) Robert Ragge GmbH, nach
eigenen Angaben bei Hotelbuchungen im Internet Marktführer
in Deutschland und in Europa, meint: "Der Markt wird sich
zusammenschütteln."
Internet-Hotelzimmeranbieter,
die sich direkt an die Reisenden wenden, bekommen zunehmend
Konkurrenz von Online-Reisebüros, hinter denen finanzkräftige
Firmen und starke Marken stecken. Bei diesen können die
Kunden nicht nur Schlafplätze, sondern auch noch Flüge,
Mietwagen, Hotels, Pauschalpakete und Reiseprodukte buchen.
Auch Discountpreise, mit denen zum Beispiel Ehotels.de wirbt,
wird es von den Rundum-Anbietern geben.
Noch nährt allerdings ein großes
Potenzial die Hoffnungen der Online-Hotelzimmeranbieter.
So liegt der Markt für Hotelübernachtungen weltweit bei
rund 250 Mrd. $, nur etwa 1,5 Prozent dieses Volumens wird
derzeit über Online-Reservierungen abgeschöpft, wie Kitza
unter Berufung auf die Marktforschung berichtet. In Europa
sieht er besonders gute Chancen, weil nur etwa 15 Prozent
aller Hotels zu Ketten gehören, die gewöhnlich über eigene
Internet-Seiten mit Reservierungsmöglichkeit verfügen. Der
Rest sei unabhängig. In den USA ist dieses Verhältnis umgekehrt.
Luthe rechnet damit, dass die Zahl der Online-Buchungen
an allen Hotelreservierungen in Deutschland von derzeit
zwei bis vier Prozent auf zehn Prozent im Jahr 2005 zunehmen
wird.
Die bevorstehende Konzentration
schreckt deshalb Newcomer nicht ab. So ist gerade die Check-inn.com
AG mit Sitz in Hainburg angetreten, um hierzulande etablierten
Unternehmen wie Hrs.de, Expedia.com oder Tourisline.de den
Rang des Platzhirsches abzulaufen.
Der mangelnde Erfolg der bestehenden
Systeme liegt auch daran, dass die Nutzer bei vielen zu
lange brauchen, um alle notwendigen Information zu bekommen
und letztlich doch im Hotel ihrer Wahl anrufen, um offene
Fragen zu klären. Bei Check-inn.com greifen die Kunden zum
Beispiel in 55 Prozent der Fälle letztlich zum Hörer, um
von Mensch zu Mensch zu buchen. "Unsere größten Konkurrenten
sind Telefon und Fax", sagt Worldres.com-Geschäftsführer
Kitza.
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