Check-Inn-Idee für Autofahrer: Das WAP-Handy als "Hotelradar".

"Weltweit Hotelzimmer finden, wenn die anderen passen müssen"

Check-Inn AG managt von Hainstadt aus 600000 Übernachtungsbetriebe / Bald buchen per Handy

Hainstadt (paw) - Vor dem Haus geht es eingleisig in Richtung Seligenstadt oder Hanau. In beschaulicher Ruhe liegt der Bahnhof Hainstadt in der Frühlingssonne. Niemand vermutet, dass nur wenige Meter weiter an der Lessingstraße 17 ein Netz von 600 000 Hotels und Übernachtungsbetrieben in mehr als 215 Ländern der Erde gemanagt wird. Die Firma Check-Inn AG hat nach eigenen Angaben mehr als 47 000 Orte parat - und verfügt damit über das größte Hotelinformations- und Reservierungssystem der Welt.

Wer die skurrilsten und exotischsten Hotels besuchen möchte, kann das auf der Internetseite www.check-inn.com tun. Zum Beispiel gibt es ein Höhlenhotel in Kappadokien (Türkei), ein Zelthotel im Tsavo-West-Nationalpark (Kenia), ein Leuchtturm-Hotel im niederländischen Harlingen oder ein Kunsthotel in Berlin, das "Wohnen in einem Kunstwerk" verspricht. Im Angebot fehlt auch nicht das berühmte schwedische Eishotel "Jukkasjärvi" sowie ein Baumhotel im indischen Nordkerala. Ganz abgedrehte Zeitgenossen können im Gefängnishotel von Luzern in der Schweiz gesiebte Luft atmen.

"Zimmer finden, wenn andere passen - das war das erklärte Ziel bei der Gründung von vier Jahren", so Vorstandssprecher Carsten Strobel. Dabei gliedert sich das Buchungssystem in zwei Teile - ein reines Informationssystem, vergleichbar mit einem herkömmlichen Hotelführer, und ein Online-Reservierungssystem. "Die Aufnahme ins Reservierungssystem ist für den Hotelier kostenlos. Das ist vor allem für kleinere Pensionen, Ferienwohnungen und Privatzimmer interessant. Wir bieten ihm eine eigene Webseite an, für die er in der Folge verantwortlich ist. Dazu gehört vor allem die ständige Aktualisierung", erläutert Strobel.

Über Benutzerkennung (Hotel-ID) und Passwort kann der Betreiber jederzeit in das System einsteigen und seine Daten ändern. Die Aktualisierung wird sofort übernommen, selbst eingestellte Bilder werden gleich nach der Eingabe angezeigt. Die Check-Inn AG erhält für jede Buchung eine Provision von zehn Prozent des Zimmerpreises. Für das laufende Jahr ist ein Buchungsgesamtumsatz von zehn Millionen Euro angepeilt.

"Als reines IT-Unternehmen arbeiten wir mit einem geringen Personal- und Verwaltungsaufwand. In Festanstellung haben wir vier Mitarbeiter und setzen bei Bedarf bis zu 14 Aushilfskräfte ein", sagt der Vorstandssprecher.

     Als nächstes bietet das Unternehmen die Hotelreservierung vom Mobiltelefon unter dem Motto "Handy als Hotelradar" an. "Das ist eine Marktlücke, die wir konsequent nutzen wollen." Hintergrund: Tausende Autofahrer im Stau oder ausländische Messegäste stellen sich häufig die Frage: "Wo bitte ist das nächste Hotel?" Flächendeckend will die Hainburger Firma die Besitzer von WAP-Handys über die nächstgelegenen Herbergen informieren.

Möglich wird dies durch geokodierte Hoteldaten. Allein in Deutschland sind nach Worten Strobels schon 13 000 Häuser erfasst. Der Anwender klickt auf das Feld "geo-basierte Suche" und gibt den Suchbegriff ein. Gleich ob Fluss oder Flughafen, das System findet sogar die 1 500 Quadratmeter große Wiese namens "Karrenhau" auf dem Härtsfeld in der Nähe von Aalen. Oder das Bächlein Friesoythe, das sich durch die südoldenburgische Landschaft schlängelt.

Alle gefundenen Namen werden aufgelistet. Ein Klick, und alle Hotels in der Umgebung mit genauer Entfernung zum Standort werden angezeigt. "Die Check Inn AG hat als einziges Unternehmen in Deutschland mehr als eine Million interessanter Punkte im deutschsprachlichen Raum geokodiert im System hinterlegt", sagt Strobel.